Donnerstag, 23. Mai 2013

Weisheit des Tages

"Ob neue Technologien angenommen werden, hängt stark von der Akzeptanz ab."
Philipp Rösler (FDP),
Bundesminister für Wirtschaft und Technologie [link]

Montag, 20. Mai 2013

Der Ekel ist irdisch

Seit Wochen geistert die Geschichte um den "Atacama-Humanoiden" durch die Welt - einer kleinen Mumie aus der chilenischen Atacamawüste, von der Ufologen behaupten, es handle sich um die Mumie eines Außerirdischen. Im deutschsprachigen Raum begann die Angelegenheit zunächst auf grenz-wissenschaft-aktuell, sie wanderte aber durch sämtliche Medien von Bild.de über SpOn bis zur Süddeutschen. Und alle zeigen sie Bilder der bizarren kleinen Mumie. Gestern gräbt dann endlich auch der Focus die Sache aus und macht mit einer langen Geschichte auf. Dabei weiß man laut der Medienberichte selbst bereits einiges über den kleinen Körper: Es handelt sich wohl um einen seit mindestens 30 bis 40 Jahren toten männlichen Fötus, der von einer aus Nordchile stammenden Frau in der 24. Schwangerschaftswoche verloren und im inzwischen aufgegebenen Ort La Noria in ein Tuch eingewickelt bestattet wurde.

Und da könnte man sich jetzt überlegen - wenn die Mumie tatsächlich 30 bis 40 Jahre als ist, dann ist es durchaus möglich, daß die Mutter dieses Fötus noch lebt. Und so viele männliche Fehlgeburten in der 24. Schwangerschaftswoche werden zu dieser Zeit nicht in einem kleinen abgelegenen Wüstenkaff bestattet worden sein. Das Kind könnte von der Mutter also durchaus wiedererkannt werden. Und wie wird sich eine Mutter wohl fühlen, wenn sie die von ihr beigesetzten sterblichen Überreste einer Fehlgeburt nach Jahrzehnten überall in der Welt (inklusive Chile) als angeblichen "Außerirdischen" vorgeführt, befummelt und begafft sieht?
Naja, ist wohl auch egal, schließlich ist das ja eine rein hypothetische Überlegung. Welche Zeitung, welcher Sender zeigt als nächstes Bilder der Mumie? Die haben zwar keinen nennenswerten Informationswert, sehen aber echt abgefahren aus!

Freitag, 17. Mai 2013

Extremexperten

Wann immer etwas Dramatisches passiert, es aber an dramatischen Bildern dazu mangelt, schlägt die Stunde der Experten. Sie müssen uns in den Medien erklären, was wir an Dramatischem gerade nicht sehen. Besonders interessiert uns natürlich das Seelenleben der Betroffenen. Fragen wir also den Psychologen! Und machen wir ein kleines Spiel: Hier sind je drei frei erfundene und eine echte Antwort eines Psychologen auf Interviewfragen der letzten Zeit. Wer alle wahren Psychologenaussagen richtig errät, ist fortan befugt, den Titel "DWüdW-zertifizierte(r) Experte/Expertin für extremen Psychokram" zu führen und selbst seine psychologische Expertenmeinung in jedes Mikro seiner Wahl zu verkünden! Viel Spaß...

1) Bislang hat Beate Zschäpe keinerlei Aussagen zu den Vorwürfen gegen sie gemacht. Focus hat einen Psychologen um eine Einschätzung ihrer Person gebeten. Welche der folgenden Aussagen stammt vom Experten?

A: "Daß sie bislang geschwiegen hat, ist ein Zeichen der Kooperationsbereitschaft."
B: "Daß sie bislang geschwiegen hat, ist ein Zeichen der Verweigerung."
C: "Daß sie bislang geschwiegen hat, kann alles bedeuten."
D: "Daß sie bislang geschwiegen hat, bedeutet, daß sie nichts sagen will."

2) In Cleveland wurden drei Frauen entführt und über Jahre gefangen gehalten und schwer misshandelt. Spiegel Online spricht dazu mit einer Psychotherapeutin: "Der Hauptverdächtige soll mit dem sechsjährigen Mädchen, das er offenbar mit einer der Frauen zeugte, das Haus verlassen haben, auf dem Spielplatz gesehen worden sein." Was antwortete diese darauf?

A: "Es wäre unseriös, würde ich an dieser Stelle zu spekulieren beginnen. Die Beantwortung solcher Fragen bleibt denen vorbehalten, die die Betroffenen direkt befragen oder gegebenenfalls auch betreuen können."
B: "An diesem Beispiel sieht man besonders deutlich die Perfidität, zu der solche Täter in der Lage sind. Es war sicherlich ein Teil der Machtspielen mit der Mutter des Kindes, wenn er es mit in eine 'normale Welt' nahm, während die Mutter wahrscheinlich weiter in ihrer Gefangenschaft leiden musste."
C: "Ja, dieses Verhalten entspricht nicht dem Bild, das wir uns von dem Täter als gefühllose Bestie machen. Tatsächlich ist aber auch ein extremer Täter ein Mensch und in bestimmten Situationen mitunter zu normalen, auch zärtlichen Gefühlen fähig."
D: "Das Kind ist ja auch ein Teil von ihm. Da solche Täter sich selbst über alles stellen, kann man das Mädchen als sein erweitertes Ich sehen. Ihm wollte er womöglich Gutes, wie er sich wohl selbst auch nicht schlecht behandelt haben wird."

3) Als Anfang 2012 das Kreuzfahrtschiff Costa Concordia auf Grund läuft, gerät der Kapitän Schettino in schwere Kritik, unter anderem, weil er sein Schiff vorzeitig verlassen hatte. Bild.de befragte einen "Krisen-" und "Psychoexperten" und Psychologen. Was sagte er über das Verlassen des Schiffs durch den Kapitän?

A: "Aus Expertensicht zeugt das von wenig sozialer Intelligenz und Verantwortungsbewusstsein."
B: "Aus Expertensicht zeugt das von viel sozialer Intelligenz und Verantwortungsbewusstsein."
C: "Hier kann ein Experte auch nicht mehr sagen als jeder Laie. Offenbar mangelte es an sozialer Intelligenz und Verantwortungsbewusstsein."
D: "Auf den ersten Blick mag sein Verhalten nach wenig sozialer Intelligenz und Verantwortungsbewusstsein aussehen. Aus Expertensicht muß dem aber nicht zwangsläufig so sein."

4) Zum Thema "große Schiffskatastrophen" befragte auch Spiegel TV einen Psychologen, unter anderem: "Wovon hängt das Verhalten in Extremsituationen ab?" Was antwortete der Psychologe?

A: "Das lässt sich so allgemein nicht sagen."
B: "Es spielt keine Rolle, wieviel Wissen die Leute von der jeweiligen Notsituation haben."
C: "Nur in zweiter Linie davon, wieviel Wissen die Leute von der jeweiligen Notsituation haben."
D: "In erster Linie davon, wieviel Wissen die Leute von der jeweiligen Notsituation haben."

5) Als vor einem knappen Jahr ein vierjähriges britisches Mädchen als einzige der Ermordung ihrer Familie auf einem französischen Parkplatz entging, interviewte Spiegel Online eine Dresdner Psychologin zum Thema. Unter anderem wollte SpOn wissen, ob ein "vertrautes uns sicheres Umfeld" entscheidend ist, damit das Kind sein erlittenes Trauma bewältigen kann. Was antwortete die Psychologin?

A: "Na, was glauben sie denn?"
B: "Nein, sicherlich nicht."
C: "Ja, sie würden dazu beitragen."
D: "Haben Sie sich die Frage selbst ausgedacht?"


Richtige Antworten:
1) B
2) D
3) A
4) D
5) C

Mittwoch, 15. Mai 2013

Gefühltes Alter

"Gestern wurde der jüdische Staat 65 Jahre alt."
(Achgut, übernommen aus Die Welt)
Herzlichen Glückwunsch!
"Er ist so jung wie kaum ein anderes Land."
Ja, kaum. Die einzigen Staaten der Erde, die noch jünger sind als Israel, sind:

Algerien, Angola, Antigua und Barbuda, Äquatorialguinea, Armenien, Aserbaidschan, Bahamas, Bahrain, Bangladesch, Barbados, Belize, Benin, Bosnien und Herzigowina, Botswana, Brunei, Burkina Faso, Burundi, Dominica, Dschibuti, Elfenbeinküste, Eritrea, Estland, Fidschi, Gabun, Gambia, Georgien, Ghana, Grenada, Guinea, Guinea-Bissau, Guyana, Indonesien, Jamaika, Kambodscha, Kamerun, Kap Verde, Kasachstan, Katar, Kenia, Kirgisien, Kiribati, Komoren, Kongo, Kosovo, Kroatien, Kuwait, Laos, Lesotho, Lettland, Libyen, Litauen, Madagaskar, Malawi, Malaysia, Malediven, Mali, Malta, Marokko, Marshallinseln, Mauretanien, Mauritius, Mazedonien, Föderierte Staaten von Mikronesien, Moldawien, Montenegro, Mosambik, Namibia, Nauru, Niger, Nigeria, Nordkorea, Osttimor, Palau, Papua-Neuguinea, Ruanda, Russland, Salomonen, Sambia, Samoa, São Tomé und Príncipe, Senegal, Serbien,  Seychellen, Sierra Leone, Simbabwe, Singapur, Slowakei, Slowenien, Somalia, St. Kitts und Nevis, St. Lucia, St. Vincent, Sudan, Südkorea, Südsudan, Suriname, Swasiland, Tadschikistan, Tansania, Togo, Tonga, Trinidad und Tobago, Tschad, Tschechien, Tunesien, Turkmenistan, Tuvalu, Uganda, Ukraine, Usbekistan, Vanuatu, Vereinigte Arabische Emirate, Vietnam, Weißrussland, Westsahara, Zentralafrikanische Republik und die Republik Zypern

Mehr als die Hälfte aller z.Z. existierenden unabhängigen Staaten der Erde sind jünger als Israel. Der Kolonialismus ist noch gar nicht so lange her wie man sich das so vorstellt bei einer Zeitung namens, nunja, "Die Welt" !

Dienstag, 14. Mai 2013

Nützliche Idioten im Focus

Wenn ausgerechnet bei einem lächerlichen und pseudointelligenten Schmierenverein wie Focus Online ein Kommentar angekündigt wird mit Worten wie:
"Nein! Und das kann man leicht beweisen, wenn man rational denkt und sich nicht nur emotional aufheizen lässt.",
dann kann man sich ja schon auf einen amüsanten Denkversuch für selbstbewusstseinserweiterte Schrumpfhirne freuen. Nur wenn es im Kommentar dann um rechte Gesinnung und Naziterror geht, dann wird es doch alles andere als amüsant. Der Focus Online-Gastkommentator und Professor für neuere Geschichte, Michael Wolffsohn versucht uns heute durch rationales Denken zu beweisen, daß deutsche Behörden unmöglich Rechtsextremismus unterstützen können. Das geht ziemlich schnell:
Nazideutsche wären in der Welt unbeliebt, denen würde niemand die guten deutschen Autos abkaufen wollen [kein Witz, steht wirklich da!]. Und daher würden deutsche Behörden ihrem Land und letztlich auch sich selbst schaden, sollten sie rechtsextreme Umtriebe decken oder gar unterstützen. Daß Nazis sich vielleicht einen Dreck um die Beliebtheit Deutschlands im Ausland scheren und tun, was sie tun, weil sie tatsächlich daran glauben, findet in Wolffsohns rationalen Beweis keinerlei Erwähnung.
Und jetzt weiß ich nicht, was ich an Deutschland gruseliger finden soll? Das in Deutschland Mörder Menschen allein aus Haß auf alles für sie nicht hinreichend Deutsche kaltblütig umbringen? Oder daß sich ein gewöhnlicher, anständiger deutscher Professor tatsächlich nicht vorstellen kann, daß manche Menschen irgendeine Idee, sei es Menschenwürde oder Faschismus, über den Exporterfolg deutscher Automobile stellen...

Samstag, 11. Mai 2013

Zweitnutzung...

In meiner deutschen Ignoranz war ich ja beim Einzug dem Bidet im Bad der neuen Wohnung gegenüber ziemlich gleichgültig. Inzwischen habe ich aber die Vorzüge dieser Sanitärinstallation zu schätzen gelernt:
Ein Bidet eignet sich ganz hervorragend als Babywaschbecken!


Mittwoch, 8. Mai 2013

Potentielles vs. aktuales Wissen

Ein Dialog in einem großen Möbelhaus (Gedächtnisprotokoll):

Person A: Mist, hier steht nur die Kantenlänge des [quadratischen] Tischs, nicht, wie lang der so diagonal ist...

Person B: Die Diagonale ist Wurzel zwei mal die Kantenlänge.

Person A: Du weißt, wie lang der diagonal ist?

Person B: Ja. Wurzel zwei mal die Kantenlänge.

Person A: Äh, die Kantenlänge ist 95 cm. Wie lang ist der jetzt quer?

Person B: Wurzel zwei mal 95 cm eben.

Person A: Und wie lang ist das?

Person B: Na, ungefähr 1,4 mal 95 cm.

Person A: Ja, aber wie lang ist das denn jetzt?

Person B: (Entnervt) Weiß ich doch nicht...

Person A: Na toll. Du hast gesagt, du wüßtest, wie lang der diagonal ist...

(Person A dreht sich enttäuscht um und sucht nach jemandem mit einem Maßband)