Donnerstag, 11. Dezember 2014

Jahresrückblick (2): Gewinner des Jahres

Der wahre Gewinner des Jahres 2014 kann nur einer sein: Das Philae-Projekt der Europäischen Weltraumagentur ESA! Und das nicht etwa, weil mit Philae der Mensch zum ersten Mal auf einem Kometen gelandet ist. Sicher, das mag eine gewaltige Herausforderung an die Ingenieurwissenschaft gewesen sein. Aber hey, mit genug Ingenieurskunst hätte das eigentlich jeder gekonnt! Philae dagegen hat sehr viel mehr zustande gebracht! Denn was bei der allgemeinen Begeisterung über die Bilder von der Oberfläche des Kometenkerns immer ein bisschen unterging: Von den drei Landesystemen an Bord der Raumsonde haben drei nicht funktioniert! Und mal einfach so ganz ohne Ingenieurskunst auf einem Kometen landen, das muß man erst einmal schaffen! Da sieht man es auch nach, daß es nicht gerade eine Punktlandung geworden ist. Auf jeden Fall war es eine Leistung, zu der es erheblich mehr Glück als Verstand brauchte. Und Verstand war schon nicht wenig im Spiel. Viel Verstand und noch mehr Glück - mehr kann man sich vom Leben doch eigentlich nicht erhoffen! Applaus für den Gewinner des Jahres!

Dienstag, 9. Dezember 2014

Jahresrückblick (1): Versager des Jahres

DWüdW ist ja inzwischen voll im Mainstream angekommen. Das zeigt ich auch daran, daß DWüdW heute eine der widerlichsten Mainstream-Erscheinungen des Dezembers aufgreift - den Jahresrückblick! In loser Folge will DWüdW im Restjahr 2014 die viel zu wenig gewürdigten Leistungen und Fehlleistungen 2014 noch einmal in den Mittelpunkt rücken. Den Anfang macht die Kategorie "Versager des Jahres"!

Erst scheint es schwierig, sich für einen einzelnen Versager bzw. Versagerin des Jahres zu entscheiden. Dann wurde es auf einmal aber ganz leicht - und vielleicht auch ein bisschen überraschend. Versager des Jahres bei DWüdW ist: Gabriele Baumann! (Hier kleinen Applaus einfügen!)
Frau Baumann ist Leiterin des Auslandsbüros Ukraine der Konrad-Adenauer-Stiftung in Kiew. Und in dieser Funktion schrieb sie am 26. Februar, zwei Tage nach Janukowitschs Flucht aus der Ukraine, für die Konrad-Adenauer-Stiftung eine Analyse der Lage im Land. Das Ergebnis, der Länderbericht : "Die Ukraine vor einem Neuanfang" liest sich im Ganzen beängstigend romantisch verklärt, etwa wenn Frau Baumann von "einer neuen Generation junger engagierter Ukrainer, die sich die europäischen Werte als Grundlage für ihr Zusammenleben wünschen" schreibt, oder von den Rechtsradikalen, "die sich mittlerweile als charismatische Kämpfer mit Anspruch auf Leitungsposten im neu zu schaffenden Innenministerium in Stellung bringen." Frau Baumann äußert sich auch zu der Lage im Osten der Ukraine und auf der Krim:
"Beunruhigt und desorientiert über die neuesten Entwicklungen ist die Bevölkerung im Gebiet Lugansk an der russischen Grenze, teilweise in Charkow und Donezk. Anfängliche Tendenzen hin zu einer Abspaltung von der Ukraine und einer Hinwendung zu Russland wurden hier künstlich angefacht, versiegten aber auch schnell wieder."
Und heute, knapp zehn Monate, 4317 Tote, 9921 Verwundete [1] und mehr als einer Million Flüchtlinge [2] später, wissen wir: Gar nichts ist schnell wieder versiegt. Aus Beunruhigung und Desorientierung entwickelte in den Gebieten von Lugansk und Donezk ein ausgewachsener Bürgerkrieg.
Und was die Krim angeht:
"Sewastopol wird aufgrund seiner Standortproblematik aber auch zukünftig Zankapfel zwischen der Ukraine und Russland bleiben, eine Abspaltung erscheint jedoch momentan unwahrscheinlich."
Ganze 13 Tage nachdem diese Zeilen geschrieben wurden, rief das Regionalparlament der Krim gemeinsam mit dem Stadtrat von Sewastopol einen unabhängigen Staat, die Republik Krim, aus [3]. Weitere 6 Tage und ein Referendum später richtete diese Republik Krim ein Beitrittsgesuch an die Russische Föderation.
Diese spektakulären Fehleinschätzungen durch das Auslandsbüro der Konrad-Adenauer-Stiftung für sich genommen rechtfertigen vielleicht noch nicht den Titel des "Versagers des Jahres". Aber dieses Versagen steht für das gesamte Vorgehen der deutschen Politik: Der deutschen Regierung nahestehende politische Beobachter in Kiew kriegen auf einer Zeitskala von Tagen im Voraus nicht mit, was eigentlich gerade läuft. Und trotzdem weiß die Regierung ganz klar, wer die Schuld trägt, was zu tun ist. Und sie läßt jede Kritik an ihrer Politik durch eine inzwischen ganz beachtlichen Riege von meist ehemaligen Politikern und Journalisten an sich abperlen. Frau Baumanns Versagen steht für die ganze naive Ahnungslosigkeit, mit der die deutsche Ukrainepolitik uns 2014 in eine europäische Katastrophe gelenkt hat, deren Ende noch lange nicht abzusehen ist.

Dienstag, 18. November 2014

Auf der medialen Isolierstation

"Putin ist isoliert"
Kai Gniffke, Chefredakteur der Tagesschau [1]

"Russlands Präsident Wladimir Putin war dagegen sichtbar isoliert."
Deutschlandradio Kultur [2]

"Der Kreml-Zar ist isoliert."
Bela Anda, Bild [3]

"Russlands Präsident Putin bleibt auf G20-Gipfel isoliert"
NDR 2 [4]

"Putin blieb auf dem G20-Gipfel in Australien isoliert."
WAZ [5]
Ok, ich hab' die Botschaft verstanden. Dachte ich. Bis ich auf diese miese russische Propaganda reingefallen bin:
Offenbar hatte der isolierte Putin am Rande des G20 in Brisbane doch noch Freunde gefunden!
Putin traf sich mit den Vertretern der übrigen BRICS-Staaten, u.a. um über die Organisation der von ihnen gegenwärtig zu gründenden Entwicklungsbank zu sprechen [6, 7]. Das muß in den deutschen Medien irgendwie untergegangen sein (Wie schon mal gesagt, Kiwi-Streicheln und so…).

Und im übrigen repräsentieren die abgebildeten Staats- und Regierungschefs immerhin 3 Milliarden Menschen - gut dreimal so viele wie "Der Westen". Komisch, daß die übersehen werden können…?
In russischenindischen oder brasilianischen Medien gab es dieses Bild übrigens zu sehen, in den deutschen nicht. Doch! (siehe 1. Kommentar)

Montag, 17. November 2014

Georgia on my mind…

SpOn läßt uns heute an Angela Merkels Sorgen angesichts "Putins Annexionspolitik" teilhaben:
"Merkel warnt vor russischem Einfluß in Moldawien, Serbien und Georgien"
Besonders schön finde ich dabei den folgenden Satz:
"Vor allem ein Satz ließ das Publikum im Saal aufhorchen: 'Und es geht ja nicht nur um die Ukraine. Es geht um Moldawien, es geht um Georgien, wenn es so weiter geht, (...) muss man bei Serbien fragen, muss man bei den Westbalkanstaaten fragen.'"
Denn weshalb muß das Publikum bei diesem Satz aufhorchen? Merkel hat nur einmal gesagt, was längst Realität ist: Der Kampf um Einfluß auf die russischen Nachbarstaaten. Über Moldawien hatte ich schon einmal an anderer Stelle geschrieben, daher nur noch ein paar Anmerkungen zu Georgien.
Besonders schön hat es der Think Tank Center for Strategic and International Studies bereits 2012 formuliert [1]:
"Hence, safeguarding Georgia as an independent and successful democracy is in the interests of the United States as it tries to projects its’ power and values towards Russia’s periphery. Moreover, U.S. needs democratic and economically prosperous Georgia as a narrative of success to serve its long term interests in the region. The more stable and successful Georgia becomes, the more it will encourage bordering countries to expose themselves to Western influence. Consequently, Georgia as a “Beacon of success” subtly embedded in U.S. strategic framework can serve its interests best if it becomes a consolidated democracy and a promoter of American power."
Georgien muß unter den Einfluß US-amerikanischer Macht und Werte gebracht werden, verbunden mit der Hoffnung, daß sich in der Folge weitere Staaten an der russischen Peripherie dem Einfluß der USA öffnen. Und es ist nicht davon auszugehen, daß es sich bei dieser Absicht um die reine Phantasie einer regierungsunabhängigen Einrichtung handelt. Denn am 14. Juli feierten konservative US-Politiker gemeinsam mit den Vertretern der Ukraine, Moldawien und Georgien in Washington die Unterzeichnung der Assoziierungsabkommen dieser Länder mit der Europäischen Union. Mit dabei war auch der CDU-Politiker und MbB Andreas Schockenhoff [2], als der US-Senator Ted Cruz die "Bedeutung der Zusammenarbeit" dieser Länder mit den USA betonte. Schockenhoff gehört heute auch zu den Scharfmachern gegen Russland. Auch die Atlantic Treaty Association (ATA), eine Organisation zur politischen Vorbereitung von NATO-Erweiterungen (Eigentlich hätte ich ja hier für mehr Informationen auf die Wikipedia verlinken wollen, aber aus irgendwelchen Gründen ist der Wikipedia-Artikel zu dieser Organisation nahezu identisch mit deren Selbstdarstellung auf ihrer Website), versucht, Einfluß auf Georgien zu nehmen um es in die NATO zu steuern. Dazu arbeitet die ATA mit dem lokalen Partner Atlantic Council of Georgia zusammen ("Atlantic" in Georgien! :). Der gegenwärtige Präsident der ATA ist übrigens der CDU-Politker Karl Lamers. Und der Atlantic Council of Georgia kooperiert mit der Konrad-Adenauer-Stiftung und veranstaltet das Deutsch-Georgische Strategieforum [3], das u.a. dem NATO-Beitritt Georgiens förderlich sein soll.
Insofern ist es weder neu noch überraschend, wenn Frau Merkel erklärt, es ginge nicht nur um die Ukraine, sondern auch um Moldawien und Georgien. Schon seit etlichen Jahren arbeiten die USA ganz unverhohlen auf das Vordringen amerikanischer Macht an die Grenzen Russlands hin. Und gerade die CDU kämpft mit ihrer personellen Verflechtung in NATO-Lobbyorganisationen und mit der Konrad-Adenauer-Stiftung dabei in der ersten Reihe mit.
Es bleibt nur zu hoffen, daß Frau Merkel irgendwann mit dem Kiwi-Streicheln aufhört, damit in den Politik-Teilen der Medien wieder ein bisschen Platz wird für eine Politik-Berichterstattung. Denn vielleicht wäre es für den Souverän ja interessant, was seine gewählten Vertreter so alles unternehmen, und vor allem, warum…?

Samstag, 15. November 2014

It's gettin' hot in here…

Der Putin hat es ja auch nicht immer leicht. Ständig ist westlich des Dnepr irgendwo einer sauer:
Handelsblatt, 7.8.2013
Merkur Online, 21.7.2014
Berliner Zeitung, 31.8.2014
Tagesspiegel, 21.3.2014
Und heute dann auch noch das!
SpOn, 15.11.2014

Da fragen sich besorgte Leser jetzt sicher, wird es jetzt langsam ernst? Ist es an der Zeit, Konserven zu bunkern? Müssen wir gar mit einem präventiven Atomkrieg gegen Russland rechnen? Damit dieser Putin endlich versteht, daß wir seine menschenverachtende Aggression nicht länger hinnehmen?

Wie immer zeigt sich, die Wahrheit ist noch viel, viel schlimmer! Der DWüdW-Sektion VI (Auslandsaufklärung - Kategorie Mittelguter Freund) ist es gelungen, einen Agenten als Kiwi getarnt auf Kanzlerin Angela Merkel beim G20-Gipfel in Brisbane anzusetzen. Hier zum Beweis und zur Dokumentation der Opferbereitschaft des namenlosen Agenten (nennen wir ihn Agent "K") ein Bild aus dem Einsatz (Unkenntlichmachung von DWüdW):


Und DWüdW zögert natürlich nicht, die brisanten Abhörprotokolle des Agenten "K" an dieser Stelle zu veröffentlichen - auf daß die Welt wisse, wozu der Westen entschlossen ist!


Freitag, 14. November 2014

DWüdW WISSEN ¡! (2)

Es ist mal wieder an der Zeit für eine neue Ausgabe von DWüdW WISSEN ¡!, dem Infotainment-Format bei DWüdW! Überraschende und faszinierende Wissenshäppchen in der einmaligen Ein-Klick-Klickstrecke - Antipasti für's Hirn: bunt, leicht bekömmlich und garantiert nicht belastend. Denn:
"Wissen macht 'Platsch - platsch - platsch - Ah! Einen Lappen, schnell! Scheiße, verdammt!'"

Heute bei DWüdW WISSEN ¡! die spannende Frage:

Woher kommt eigentlich das Domino-Spiel?

1) Benannt wurde das Domino-Spiel nach dem berühmten "Domino-Effekt"!
Entdeckt wurde dieser Effekt, als der Dominikaner Segafredo Domíno den Ausbruch des Ersten Weltkriegs studierte: Österreich greift Serbien an - Russland greift Österreich an - Deutschland greift Russland an - Frankreich greift Deutschland an - Deutschland greift Belgien an - England greift Deutschland an. DWüdW findet: Krass!

2) Das Domino-Spiel verdanken wir der Atomforschung!
Nach der Entdeckung der Uranspaltung wollte Otto Hahn eine Untersuchung möglicher Kettenreaktionen durchführen und beantragte Elitenförderung im Rahmen der 3. Reichsdeutschen Exzellenzinitiative von 1939. Der Forschungsantrag wurde allerdings abgelehnt, offiziell aufgrund mangelnder gesellschaftlicher Relevanz ("Wozu soll das denn gut sein? Anstatt Atome zu spalten, sollten die Wissenschaftler sich lieber mit Dingen beschäftigen, die auch Bedeutung für das Leben der Menschen haben! Schnellere Dampflokomotiven, zum Beispiel!"). Der wahre Grund für die Ablehnung dürfte jedoch ein ganz anderer gewesen sein: In seinem Antragstext verwendete Hahn zweimal das Wort "problems" anstatt "challenges" - ein klares Indiz für mangelnde wissenschaftliche Professionalität! Im Antragstext findet sich jedoch eine bahnbrechende Idee: "Man muß sich die atomare Kettenreaktion so vorstellen, als würde man kleine, flache Holzstückchen hintereinander auf die schmale Seite stellen und eines umstoßen. Dann folgen immer weitere, bis alle gekippt sind." Das Domino-Spiel war geboren!

3) Ein Italiener prägte das Spiel!
Bei seinen abendlichen Domino-Partien mit Freunden vor dem Haus bemerkte der Genueser Umberto Bellucci, daß er schon ab dem dritten Grappa Probleme damit hatte, die Dominosteine sicher aufzubauen - und nicht schon vorzeitig versehentlich alle wieder umzureißen. Für dieses Problem fand er eine ebenso einfache wie geniale Lösung: Anstatt die Steine unsicher auf die schmale Seite zu stellen, legte er sie stabil und sicher auf die flache Seite! Um dem Aufbauen trotzdem einen Anschein von Sinn zu geben, malte er Punkte in verschiedener Zahl auf die Steine. Das Domino-Spiel bekam seine noch heute bekannte Gestalt!

4) James Bond machte Domino in Deutschland bekannt!
Um die James-Bond-typische Exotik zu erzielen, benannte Terrence Young das Bond-Girl im Film "Feuerball" (1965) Domino! Was die Wenigsten wissen: Nachdem er die Welt gerettet, Domino aus den Fängen des fiesen Largo befreit und sie im Mondschein auf einem Karibikstrand gehörig gepimpert hatte, ließ Bond die schwangere Domino eiskalt sitzen! Gezwungen, sich und ihr Balg ganz alleine durchzubringen, wandte sich Domino dem Einzigen zu, daß sie von Mamma gelernt hatte: Pizzabacken! Unter der Namen "Domino's Pizza" gelang es ihr, ein weltweit erfolgreiches Pizza-Liefer-Imperium aufzubauen. DWüdW findet: Eine klassische Erfolgsgeschichte!

5) Stefan Raab scheiterte beim Domino!
Bei einem Brainstorming in Stefan Raabs Produktionsfirma "Brainpool" schlug 1997 der bis dahin und seitdem unbekannte Mitarbeiter Maik Schibulski vor, in einer Halle eine riesige Domino-Umwerf-Aktion zu starten. Stefan Raabs Kommentar: Bauklötze umwerfen als Idee für eine Samstag-Abend-Show? Blöder geht's ja nicht! Wobei... doch! Wenn wir deutsche Eurovision-Song-Contest-Teilnehmer als Dominosteine verkleidet in einen Wok stellen und vom Zehn-Meter-Brett werfen, wobei sie Basketbälle in Crash-Cars werfen müssen? Das wär's doch! Leider scheiterte Stefan Raabs Show-Konzept an Sicherheitsbedenken der Berufsgenossenschaft. Enttäuscht und unverstanden wendete Maik Schibulski sich von Raab ab, verkaufte seine Idee an Raab's Hasssender RTL - und mit dem Domino-Day kam das Dominospiel in seiner Urform zurück in deutsche Wohnzimmer!

Hinweis: Dieser Text entstand in Zusammenarbeit mit unseren Werbepartnern Segafredo Café, Bellucci Grappa, Domino Pizza Inc. und RTL Deutschland.

Samstag, 8. November 2014

Donezk unter Kontrolle russischer Truppen!

Die russische Invasion der Ukraine geht wieder weiter, das behauptet zumindest die Regierung in Kiew (und die würde uns ja nie anlügen). Und von Bild bis Tagesschau berichteten auch alle davon. Bei SpOn hatte man für den Beitrag sogar ein passendes Archivbild ausgekramt, dieses hier:
Und das macht doch schon neugierig! Was für "Archivbilder" haben die denn von russischen Panzern bei Donezk? Wenn man ein bisschen - nur ein bisschen - nach dem Bild googelt, dann findet man es u.a. auch bei Bild.de. Am 22. August war es dort schon der Beleg für "russische Soldaten und schwere Artillerie 10 km von der Rebellenhochburg Donezk entfernt":
Und das Problem mit dem Bild ist - es klingt so blöd, als könne es gar nicht wahr sein, aber es ist wahr - das Problem ist: Es gibt zwei Donezk. Es gibt die von Separatisten kontrollierte ukrainische Millionenstadt Donezk. Und es gibt die kleine russische Grenzstadt Donezk. In Russland. Wer's nicht glaubt, der guckt bei Google Maps:
Und das Bild der russischer Panzer in der Nähe von Donezk stammt nicht aus der Nähe des ukrainischen Donezk, sondern aus der Nähe des russischen Donezk. Andere Medien behaupten das zumindest, z.B. hier:
Oder hier:
Und der Hinweis auf das russische Donezk ist durchaus glaubwürdig. Denn googelt man mehr als nur ein bisschen, dann findet man dieselbe Pinkelpause russischer Soldaten von einem anderen Fotografen auf eine Speicherkarte gebannt, z.B. bei Polskie Radio, und mit einer genaueren Ortsangabe:
Die Szene soll sich 30 km vor der ukrainischen Grenze, beim russischen Ort Kamensk-Shakhtinsky, dem nächsten größeren Ort hinter dem russischen Donezk, zugetragen haben.

Also russische Soldaten auf russischen Panzern in Russland. Nicht in der Ukraine. Jaja, ich weiß schon. Das ist jetzt wieder einer dieser kleinen, bedauerlichen Fehler, die sich nun mal immer wieder bei der Arbeit auch der besten Redaktionen einschleichen. Keine Propaganda. Schon klar. Nur ein weiterer dummer Fehler in einer endlosen Kette von bedauerlichen Einzelfällen. Aber man hätte ja eigentlich schon langsam mal aus der Kritik lernen können, wenn man denn wollte? Und vielleicht mal etwas kritischer herangehen an vermeintliche "Beweise" für die unsichtbarste Invasion der Kriegsgeschichte? Aber wenn schon nicht aus Kritik lernen, dann doch vielleicht von Focus Online? Dort weiß man nämlich, daß es mit journalistischem Anspruch und Ethik unvereinbar ist, Bilder russischer Soldaten in Russland einfach mal in die Ukraine zu verlegen. Und um dem journalistischen Anspruch gerecht zu werden, schreibt man einfach mal "Symbolbild" dran. Im Dienst der Propaganda - aber richtig!

Sonntag, 2. November 2014

Gottesbezug vs. Realitätsbezug

Der Pfaffe so:
"Der Kieler Landtag hat sich jüngst für eine Landesverfassung ohne einen solchen Gottesbezug entschieden. Es brauche keinen Verweis auf etwas Höheres, hieß es. […] Ich finde das bedenklich. […] Und hat nicht die Geschichte gezeigt, dass das im Letzten fürchterliche Konsequenzen haben kann: Hitler […]."
Pfarrer Gereon Alter im Wort zum Sonntag vom 1. November

Der Hitler so:
"Allmächtiger Gott, segne dereinst unsere Waffen; sei so gerecht, wie du es immer warst; urteile jetzt, ob wir die Freiheit nun verdienen; Herr, segne unseren Kampf!"
Führer Adolf Hitler in Mein Kampf, Teil 2, Kapitel 13